Sophie Pacini Klavier
Franz Schubert (1797–1828)
Sonate a-Moll, D 784 (1823)
Allegro giusto | Andante | Allegro vivace
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Fantasie d-Moll, KV 397 (1782)
Andante – Adagio – Allegretto
Cécile Chaminade (1857–1944)
Souvenance, aus: 6 Romanzen ohne Worte, op. 76 (1893)
Andantino
Franz Schubert
Impromptu As-Dur, D 935 (1827)
Allegretto
Pause 20′
Franz Liszt (1811–1886)
Consolations (1849)
Nr. 4 Quasi adagio | Nr. 1 Andante con moto | Nr. 2 Un poco più mosso
Franz Liszt 15′
Ouvertüre zu Tannhäuser von Richard Wagner, Konzertparaphrase für Klavier (1849)
Andante maestoso
Das Klavierrezital geniesst im Konzertwesen eine Sonderstellung: Mit nur einer Person auf der Bühne wird eine Intimität geschaffen, wie es vielleicht mit keiner anderen Besetzung möglich ist. Kein Wunder also, dass das Repertoire für Soloklavier das reichhaltigste ist, und dass die Tradition des Klavierrezitals sich über die Jahrhunderte stetig weiterentwickelt.
Sophie Pacini ist eine Vertreterin eben dieses Wandels, denn in ihren Programmen denkt sie immer einen Schritt weiter. Statt einen ganzen Schubert-Zyklus zu spielen, kreiert sie in der ersten Hälfte mit zwei Klassikern Franz Schuberts einen intimen Rahmen um die beiden Kernwerke: Wolfgang Amadeus Mozarts berühmte d-Moll-Fantasie bereitet mit ihrer Wechselhaftigkeit die unbekannte Souvenance von Cécile Chaminade vor, die ruhig schwebend der Klangsprache Schuberts und Mozarts eine dritte, nostalgische Komponente gibt.
In der zweiten Konzerthälfte bricht Pacini langsam und geschickt aus der Intimität in die Virtuosität aus – und wer verbindet diese beiden Eigenschaften besser als Franz Liszt. In den Consolations kommen Andacht und stille Virtuosität zusammen. Eine Kombination, die sich auch in der Ouvertüre zu Tannhäuser wiederfindet. In guter Liszt-Manier bauscht sich die Virtuosität darin jedoch immer mehr auf, bis hin zum überwältigenden Schluss choral. Ein durchdachtes Programm, welches sich ganz natürlich aus der Sinnlichkeit zur Virtuosität entwickelt.


