Kalena Bovell Leitung
Sara Duchovnay Sopran
Musikkollegium Winterthur
Anna Clyne (*1980)
Within Her Arms für Streichorchester (2009) 10′
Alma Mahler (1879–1964)
Fünf Lieder, Bearbeitung für Singstimme und
Orchester von Jorma Panula (1910) 17′
Die stille Stadt | In meines Vaters Garten |
Laue Sommernacht | Bei dir ist es traut |
Ich wandle unter Blumen
Pause 20′
Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–1893)
Sinfonie Nr. 5 e-Moll, op. 64 (1888) 50′
Andante – Allegro con anima | Andante cantabile,
con alcuna licenza | Valse: Allegro moderato |
Finale: Andante maestoso – Allegro vivace
«Aller Ehren wert … für ein Mädel.» So hält Alma Schindler 1899 im Tagebuch das Lob fest, mit dem ihr Lehrer die neuesten ihrer Lieder bedenkt. Selbst das gutmütige Lob hat einen sexistischen Stachel, und spätestens mit dem Versprechen an ihren Verlobten Gustav Mahler, von nun an seine Musik als die Ihre anzusehen, endet ihre Laufbahn als Komponistin ganz. An den funkelnden Fünf Liedern und deren Palette von Rausch bis Ironie lässt sich immerhin ihre Begabung erahnen. Die britische Komponistin Anna Clyne ist zum Glück hundert Jahre später geboren. Within Her Arms ist ein intimes Trauerstück; eine Streicher-Elegie wie das Adagio von Samuel Barber oder die Metamorphosen von Richard Strauss. Das Stück entwickelt sich behutsam einem hoffnungsvolleren Schluss entgegen. Auch Tschaikowski nimmt uns in seiner 5. Sinfonie auf eine musikalische Reise mit. Eine noch grössere Reise, die das Klarinettendunkel des Anfangs umfasst und das sehnsuchtsvolle Horn-Solo des Andante; die Herzschmerz kennt und Walzerglück. Dass sie bei Tschaikowski in frenetischem Optimismus endet, ist vielleicht bloss eine weitere Spielart der Melancholie. Ein verblüffendes Konzertprogramm, das die künstlerische Statur der jungen amerikanischen Dirigentin Kalena Bovell spiegelt.


